1920 Mitglieder
36 Foren
7475 Themen
332852 Beiträge
Besucher Rekord: 4476 @ 07/18/11 08:43 PM
|
|
|
#69016 - 08/20/08 05:10 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Karl Ranseier]
|
Wettgnom
Registriert: 12/11/07
Beiträge: 39
|
Da passt folgender Beitrag von Bildonline sehr gut.
Tobias Unger Das 100-Meter-Finale war eine „Riesenverarschung“
Tobias Unger verliert die Lust am Laufen
HINTERGRUND Usain Bolt Jamaikas Sprinter Warum sind die Rum-Läufer so schnell?
Deutschlands Top-Sprinter Tobias Unger hat die Schnauze voll. Der 29-Jährige tobt, nennt das 100-Meter-Rennen mit dem Fabelweltrekord des Jamaikaners Usain Bolt (9,69 Sekunden) eine „Riesenverarschung“.
Unger sagte der „Sport Bild“: „Im Zwischenlauf hat sich Bolt nicht mal warmgelaufen. Der kam in Badehose und Joggingschuhen, hat eine Steigerung und einen Start gemacht, seine Spikes angezogen und ist dann die 100 Meter in 9,92 Sekunden gejoggt.“
„Bolt läuft im Mai 9,80 Sekunden und Ende September auch. Er zeigt keine Schwächen nach langen Reisen, keine Müdigkeit durchs Training“, schimpfte Unger.
„Die springen auf ihrer Insel rum, wie sie wollen, denen passiert gar nichts. Ich muss mich allein hier bei Olympia an- und abmelden, für den Fall, dass wir eine Dopingkontrolle haben.“
Dagegen wüsste Bolt nicht mal, wie man so einen Bogen ausfüllt. Trainer der amerikanischen Sprinter würden sogar lachen, wenn sie von den deutschen Doping-Kontrollen hörten.
Unger, der im Zwischenlauf ausgeschieden war, droht zu resignieren: „Ich habe langsam keine Lust mehr.“ Tobias Unger Das 100-Meter-Finale war eine „Riesenverarschung“
Bearbeitet von Balboa (08/20/08 05:11 PM)
|
|
|
|
|
#69045 - 08/20/08 06:46 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Balboa]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
Ok, hier mal ein paar Worte zur Sprintnation Nr.1 bei diesen Olympischen Spielen. Jamaika hat keine unabhängige Anti-Doping-Agentur und ist nicht Mitglied der Anti-Doping-Kommission der Karibik (Rado). Der Anti-Doping-Beauftragte des Verbandes ist Herb Elliot, gleichzeitig auch Mannschaftsarzt der Jamaikaner. Mediziner Herb Elliott lobt die Trainer in Jamaika. Und deren gute Grundlagenarbeit. "Als Erstes machen wir mit den jungen Leuten, die zu uns kommen, Linienarbeit", sagt er. Es gehe ums geradeaus Laufen, auf einer Linie, dem kürzesten Weg zwischen zwei Punkten. "Das ist ein Teil des Schlüssels." Ein anderer sei die natürliche Spritzigkeit der Jamaikaner. "Wenn man uns ansieht, wir gehen viel langsamer als andere Leute", sagt Elliott, "aber wir sind explosiv". Und bevor jetzt wieder jemand nach verbotenen Substanzen fragt: "Jamaika toleriert keinen Betrug", sagt Elliott. Sport sei so ein wichtiger Teil der Kultur, "die Blamage wäre so groß, deshalb denken die Athleten gar nicht erst darüber nach". (zdf.de) Laut Aussage des Vorsitzenden des NOKs von Jamaika wurden jamaikanische Athleten im Jahr 2008 (bis Ende Juli) 96mal kontrolliert. Darunter fallen aber lediglich 6(!) Trainingskontrollen. „Ich verdächtige keinen der jamaikanischen Athleten persönlich des Betrugs, aber wenn du nicht testest, weißt du es nicht.“ Adrian Lorde (Karibische Regionale Antidoping-Organisation)
Seit dem Eintreffen in China wurden die jamaikanische Athleten bisher über 30mal kontrolliert, "Wunderkind" Bolt alleine 6mal. Gefunden wurde nach bisherigen Erkenntnissen nichts, d.h. alle Proben waren negativ. Diese und sämtliche anderen bei diesen Spielen genommen werden für acht Jahre eingefroren. Somit können auch in Zukunft, bei fortgeschrittenen Testmöglichkeiten, diese Proben nochmal untersucht werden. Trotzdem, wenn man davon ausgeht, dass bei einem medizinisch und wissenschaftlich angeleiteten Doping das Augenmerk auf die Vorbereitungsphasen gelegt wird, sind vor allem Trainingskontrollen, und diese Natürlich unangemeldet, eine wirksame Methode gegen Doping. Und eben diese finden bis zu diesem Zeitpunkt auf Jamaika faktisch nicht statt.
|
|
|
|
|
#69055 - 08/20/08 07:14 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
Ganz aktuell: Nach dem zweiten Olympiasieg von Bolt konfrontierte t-online.de den jamaikanischen Chef-Teamarzt, Herb Elliot, mit den Aussagen Ungers. "Ich bin derjenige, der in Jamaika die Tests durchführt. Ich habe ihn zwischen November und Dezember 15 Mal getestet. Seit wir hier sind, wurde er sechs Mal kontrolliert", nimmt der Internist seinen Star in Schutz und wettert gegen die Kritiker: "Jedem, der unser Anti-Doping-Programm anzweifelt, oder uns mit Doping in Verbindung bringt kann ich nur sagen, geh' zur Hölle". (t-online) Deutlicher passt der Kuh-Spruch mit dem Schlachten und Melken eigentlich nirgends 
|
|
|
|
|
#69079 - 08/20/08 07:58 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Rookie
Registriert: 02/26/08
Beiträge: 355
|
Also ich habe beide Endläufe gesehen. Sicher sah der Vorsprung, den Bolt bei beiden Distanzen durchs Ziel brachte sehr krass aus. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Junge gedopt ist. Der stellt sich doch nicht nach beiden Läufen mit seinen goldenen Schuhen und der Jamaika-Fahne tanzend vor 90.000 Menschen hin, wenn er weiss, dass sie ihn vielleicht ein paar Tage später aufgrund einer positiven Probe in der Weltpresse bei lebendigem Leib zerreissen könnten. Dazu wäre es für den jamaikanischen Sportverband doch die Blamage des Jahrhunderts, wenn die hier den grossen Siegeszug über 100 Metern bei Männern und Frauen, 200 Metern bei Männern und 400 Meter Hürden bei Frauen starten, um dann mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt zu werden. Desweiteren ist Bolt seit Jahren ein Top-Sprinter, auch schon im Junioren-Bereich. Sicher hat er den WR um 3 Hundertstel verbessert, aber ein "Fabel-Weltrekord" ? Wieviel sind denn das in Zentimetern ? Wer in der Lage ist 9,72 oder 9,71 zu laufen, der kann an einem perfekten Tag auch 9,69 laufen. Und was ist denn mit Powell gewesen ? Der kann auch derartige Zeiten laufen, kriegt aber bei Grossveranstaltungen kein Bein auf die Erde. Sollten die Jamaikaner dopen, hätte er nicht auch ein wenig besser abgeschnitten ? Zu Tobias Unger fällt mir nur ein : Neid. Der is im Vorlauf raus, waren denn da alle anderen, die vor ihm die Ziellinie überquert haben gedopt, oder sind die einfach besser als er ? Die gleiche Geschichte hatten wir doch letzte Woche mit Michael Phelps schon. Der ist allen davongeschwommen, manchmal mit mehreren Sekunden Vorsprung, und auch bei ihm wurde gleich von allen Konkurrenzverbänden das Thema Doping in Umlauf gebracht. Wer sich mit Phelps Lebenslauf beschäftigt, sieht eine unglückliche Jugend mit Trennung der Eltern, ADS-Erkrankung und tragischem Ausscheiden der grossen Schwester. Da hat sich der Junge ins Becken geflüchtet und trainiert, während andere auf Partys gingen. Gut, er hat 8 mal Gold geholt, aber selbst Mark Spitz hat vor 36 Jahren schon 7 mal Gold in München geholt, es ist also möglich, so etwas zu erreichen. Aber vielleicht war der Spitz ja auch gedopt Kann sein, dass ich mich irre, aber ich denke vielmehr, es handelt sich bei Beiden um aussergewöhnliche Talente, und sollten sie sauber sein, kann ich nur den Hut ziehen, vor derartigen Leistungen 
Bearbeitet von Heimsieg (08/20/08 08:03 PM)
|
|
|
|
|
#69080 - 08/20/08 07:59 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Richard B Fan
Wettprofi
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 4849
|
Also diese Flut an Weltrekorden kann nicht normal sein...Ein Phelps holt 7 seiner 8 goldenen mit Weltrekord  Das soll alles an den Wunderanzügen liegen? Aber die gibt es doch nun schon länger, also warum fallen ausgerechnet bei Olympia all diese teilweise doch älteren Weltrekorde und dann auch noch in solch großen Mengen und so deutlich unterboten? Mag ja sein das der Anzug dazu beiträgt, aber einen alten Weltrekord um mehr als 4 Sekunden zu unterbieten ist doch ein wenig zu viel... Für mich kann das alles nicht mit rechten Dingen zugehen und ich bin da sehr misstrauisch. Schwach das die Proben NUR 8 Jahre aufgehoben werden...die sollte man mindestens 20 Jahre aufbewahren damit auch jeder sicher sein kann das da alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Für mich ist das alles sehr fragwürdig, aber anschauen tu ich mir den scheiß ja trotzdem gerne...
_________________________
|
|
|
|
|
#69081 - 08/20/08 08:01 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Heimsieg]
|
Richard B Fan
Wettprofi
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 4849
|
Also ich habe beide Endläufe gesehen. Sicher sah der Vorsprung, den Bolt bei beiden Distanzen durchs Ziel brachte sehr krass aus. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Junge gedopt ist. Der stellt sich doch nicht nach beiden Läufen mit seinen goldenen Schuhen und der Jamaika-Fahne tanzend vor 90.000 Menschen hin, wenn er weiss, dass sie ihn vielleicht ein paar Tage später aufgrund einer positiven Probe in der Weltpresse bei lebendigem Leib zerreissen könnten. Dazu wäre es für den jamaikanischen Sportverband doch die Blamage des Jahrhunderts, wenn die hier den grossen Siegeszug über 100 Metern bei Männern und Frauen, 200 Metern bei Männern und 400 Meter Hürden bei Frauen starten, um dann mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt zu werden. Desweiteren ist Bolt seit Jahren ein Top-Sprinter, auch schon im Junioren-Bereich. Sicher hat er den WR um 3 Hundertstel verbessert, aber ein "Fabel-Weltrekord" ? Wieviel sind denn das in Zentimetern ? Wer in der Lage ist 9,72 oder 9,71 zu laufen, der kann an einem perfekten Tag auch 9,69 laufen. Zu Tobias Unger fällt mir nur ein : Neid. Der is im Vorlauf raus, waren denn da alle anderen, die vor ihm die Ziellinie überquert haben gedopt, oder sind die einfach besser als er ? Die gleiche Geschichte hatten wir doch letzte Woche mit Michael Phelps schon. Der ist allen davongeschwimmen, manchmal mit mehreren Sekunden Vorsprung, und auch bei ihm wurde gleich von allen Konkurrenzverbänden das Thema Doping in Umlauf gebracht. Wer sich mit Phelps Lebenslauf beschäftigt, sieht eine unglückliche Jugend mit Trennung der Eltern, ADS-Erkrankung und tragischem Ausscheiden der grossen Schwester. Da hat sich der Junge ins Becken geflüchtet und trainiert, während andere auf Partys gingen. Gut, er hat 8 mal Gold geholt, aber selbst Mark Spitz hat vor 36 Jahren schon 7 mal Gold in München geholt, es ist also möglich, so etwas zu erreichen. Aber vielleicht war der Spitz ja auch gedopt Kann sein, dass ich mich irre, aber ich denke vielmehr, es handelt sich bei Beiden um aussergewöhnliche Talente, und sollten sie sauber sein, kann ich nur den Hut ziehen, vor derartigen Leistungen Also beim schwimmen war es ja nicht nur Phelps der Weltrekorde so deutlich unterboten hat, von daher hat es ja nichts speziell mit ihm zu tun, da sind noch einige andere. Aber wir wollen die alle doch nicht als Jahrhunderttalent darstellen oder? Man gut das im Tischtennis alles sauber ist 
_________________________
|
|
|
|
|
#69089 - 08/20/08 08:11 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Heimsieg]
|
Wettkönig
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 7618
|
Aber vielleicht war der Spitz ja auch gedopt Und vielleicht auch Carl Lewis, Michael Johnson, Edwin Moses, Sergei Bubka usw. Es gibt halt solche Menschen, die eine Gabe besitzen, in einer Sache besser zu sein als alle andere. Vielleicht haben Phelps und Bolt gedopt, keine Ahnung, nur solange nichts bewiesen ist, sollte man sich mit ihnen freuen. Falls es irgendwann mal rauskommen sollte, daß sie gedopt waren, wird sie die Presse eh in der Luft zerreissen ... Zu den Worten von Unger fällt mir nix mehr ein, schlechter Verlierer eben
|
|
|
|
|
#69090 - 08/20/08 08:13 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: spencer]
|
Rookie
Registriert: 02/26/08
Beiträge: 355
|
Das ist es ja Spencer.
Bolt und Phelps fallen zwar extrem raus aus der Menge, aber es haben ja noch diverse andere Athleten WRs gebrochen. lso entweder die gesamte Weltspitze im Sport ist dann gedopt, oder die schaffen es einfach, sich optimal auf eine Veranstaltung vorzubereiten.
Man darf ja auch nicht vergessen, dass nicht nur dass Equipment immer besser wird, sondern auch die Trainingsmethoden immer effizienter. Somit ist eine Leistungssteigerung schon wahrscheinlich.
Nur z ein Beispiel :
Der WR von Jim Hines (9,95 sec) bestand 15 Jahre (68-83) und wurde lediglich um 2 Hundertstel unterboten. In den 80ern und 90ern wurde der Rekord dann stetig verbessert und landete am Ende des Jahrtausends bei 9,79 sec. Das entspicht gerade mal einer Verbesserung von 16 Hundertstel in 30 Jahren. Und nun sind es halt 10 Hundertstel in 10 Jahren und 10 Jahre sind eine lange Zeit, in der sich Trainingsmethoden und Ausrüstung extrem verändert haben können.
|
|
|
|
|
#69092 - 08/20/08 08:20 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Heimsieg]
|
Richard B Fan
Wettprofi
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 4849
|
Sind alles Punkte die du nennst, die wirklich gegen gedopte Sportlich sprechen. Schlecht sind ein Phelps und Bolt auf keinen Fall, so lange nichts bewiesen ist, haben sie ihre Medallien für mich auch ehrlich gewonnen. Ich habe vor Beginn der SPiele einem Phelps diese 8 Goldenen zugetraut, aber nicht damit gerechnet, das er 7 mit teilweise krass verbesserten WR holt. Das gibt halt nen faden Beigeschmack. Das lässt halt nun mal die Frage aufkommen ob wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Nachweisen kann man nichts, also werden sie wohl sauber sein. Wie Pepsi schon sagt, wenn dann doch was gewesen sein soltle und man das nachweisen kann, werden sie in der Presse berechtigt richtig zerrissen 
_________________________
|
|
|
|
|
#69140 - 08/21/08 01:24 AM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Pepsi]
|
MightyDuck
Wettkaiser
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 11811
Ort: Frankfurt
|
|
|
|
|
|
#69141 - 08/21/08 01:24 AM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: caiga]
|
MightyDuck
Wettkaiser
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 11811
Ort: Frankfurt
|
mmn wird in der weltspitze von den meisten sportarten gedopt es helfen nur tests in den trainingphasen ,das keiner so blöd ist sich bei einem wettbewerb erwischen zu lassen ,ist auch klar nur weil jemand nicht positive gestestet wurde ,heißt das noch lange nicht das die person auch sauber in einigen sportarten muss man die unschuldsvermutung umdrehen nehmt das beispoel marion jones ,sie war dominant und es gab einige die geglaubt haben ,das sie was nimmt beweisen kontte keiner, sie wurde auch nie positiv getestet trotzdem sitzt sie jetzt im knast (zwar nicht wegen dopings direkt , aber irgendwie indirekt) Und vielleicht auch Carl Lewis, Michael Johnson, Edwin Moses, Sergei Bubka usw.
davon kann man bei carl lewis ziemlich sicher ausgehen
|
|
|
|
|
#69487 - 08/21/08 09:15 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: maxpower]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
davon kann man bei carl lewis ziemlich sicher ausgehen
Er hat´s doch bereits selbst zugegeben Carl Lewis gesteht positive Doping-Probe Carl Lewis war stets der Saubermann der Leichtathletik. Das Image des ehemaligen Super-Athelten hat inzwischen allerdings einige Kratzer erhalten. Der 41-Jährige gab jetzt zu, dass es einen positiven Doping-Test gab. Der Amerikaner reagierte damit auf die massiven Dopingvorwürfe gegen seine Person, spielte den Vorfall allerdings direkt herunter. "Ich bin auf drei verbotene Substanzen positiv getestet worden, aber das Olympische Komitee der USA hat mich freigesprochen", sagte der neunmalige Olympiasieger am Mittwoch (23.04. 03) in einem Interview mit der kalifornischen Zeitung Orange County Register. "Bei mir wurde genauso verfahren wie bei hundert anderen Sportlern auch, die positiv getestet wurden", so Lewis, der während der Olympia-Qualifikation 1988, den sogenannten US-Trials, positiv auf die Stimulanzien Pseudoephedrin, Ephedrin und Phenylpropanolamin getestet wurde. Das Internationalen Olympischen Komitees (IOC) führt alle drei Substanzen auf seiner Verbotsliste. Vor Wochenfrist hatte Wade Exum die Doping-Vorwürfe gegen Lewis und weitere Sportler erhoben. Wade war damals im amerikanischen Olympischen Komitee Usoc für den Bereich Doping zuständig. Demnach sollen zwischen 1988 und 2000 mehr als 100 US-Athleten positiv getestet worden sein. Anschließend gewannen diese insgesamt 19 Medaillen bei Olympischen Spielen. Lewis versteht die Aufregung nicht Der ehemalige 100-m-Weltrekordler Lewis stellte in seinem Interview weiter klar, dass ihm die Mittel keinen Vorteil gebracht hätten. Die Einnahme sei zudem "unabsichtlich" abgelaufen. Die Substanzen hätten sich in einem Nahrungsergänzungsmittel befunden, über dessen Inhalte er nicht informiert gewesen sei. Darüber hinaus könne er die Aufregung nicht verstehen: "Ich bin schon seit fünf Jahren nicht mehr dabei. Und sie reden immer noch über mich, als sei ich noch aktiv." Quelle: sid 23.04.2003
|
|
|
|
|
#69488 - 08/21/08 09:19 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
Nicht nur der Mensch verhilft sich zu Bestleistungen...
Pferde-Dopingaffäre erschüttert Springreitturnier bei Olympia
Skandal bei den Springreitern: Gleich vier Teilnehmer sind kurz vor dem Einzelfinale von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden - darunter Norwegens Bronze-Gewinner Hansen und der Deutsche Christian Ahlmann. Letzterer ist schon auf der Heimreise.
Hamburg - Neben der deutschen Springreiter-Equipe sind bei den Olympischen Spielen drei weitere Pferdesport-Teams von Dopingfällen betroffen. Prominentester mutmaßlicher Betrüger ist der Norweger Tony Andre Hansen, der nun an diesem Nachmittag nicht mehr in den Kampf um die Medaillen im Einzelfinale eingreifen kann. Er hatte im Mannschaftswettbewerb mit nur einem Strafpunkt das beste Ergebnis aller Reiter erzielt.
Bei Hansens Pferd Camiro wurde die verbotene Substanz Capsaicin nachgewiesen. Die Norweger könnten bei einer Bestätigung des Resultats durch die B-Probe ihre in Hongkong errittene Bronzemedaille an die Schweiz verlieren.
Bei Christian Ahlmanns Pferd Cöster war dasselbe Mittel wie bei Hansens Camiro entdeckt worden (mehr...). Positiv fielen zudem der Ire Denis Lynch mit Lantinus und Bernhard Alves aus Brasilien mit Chupa Chup auf. Die vier Reiter wurden umgehend suspendiert und durften am Donnerstag am Einzel-Finale nicht mehr teilnehmen.
Seit diesen Olympischen Spielen ist eine neue Regelung in Kraft, nach der bereits nach der positiven A-Probe Reiter und Pferd das Turnier verlassen müssen. Die Öffnung der B-Proben wurde für diesen Freitag im "Hong Kong Analytical Laboratory" angesetzt. Ahlmann wollte sich bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses der B-Probe nicht zu seinem Fall äußern und reiste bereits an diesem Donnerstag zurück nach Deutschland.
Bei Ahlmanns Wallach Cöster war bei einer Medikationskontrolle am 17. August die Substanz Capsaicin nachgewiesen worden. Capsaicin fördert die Durchblutung in schmerzenden, verhärteten Muskeln und lindert damit Muskelschmerzen und Muskelverspannungen.
Ahlmann, den 33-jährigen Doppel-Europameister von 2003, trifft damit eine neue Regel der Fei, der zufolge die Reiter schon nach einer positiven A-Probe vom Wettkampf auszuschließen sind. Am Freitag soll um 10 Uhr im Veterinärlabor von Hongkong die B-Probe geöffnet werden. "Die Beschleunigung des Verfahrens, das international unter besonderer Mitwirkung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ins Leben gerufen wurde, ist genau richtig", sagte Haring. "Wir werden seitens der FN alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Fall aufzuklären." Am Freitagvormittag soll es zu einer Anhörung der Fei mit Ahlmann und dem deutschen Delegationsleiter Reinhardt Wendt kommen.
Wie Björn Nolting, Tierarzt der deutschen Mannschaft mitteilte, handelte es sich bei der Substanz Capsaicin um ein Extrakt der Chilischote, das zur oberflächlichen Behandlung auf der Haut angewendet werden könne. "Es hat in erster Linie einen durchblutungsfördernden Effekt", sagte Nolting. Ahlmann belegte beim olympischen Turnier mit der Mannschaft im Springreiten einen enttäuschenden fünften Platz.
Bereits bei den Olympischen Spielen 2004 wurde beim Pferd Goldfever des deutschen Springreiters Ludger Beerbaum der Wirkstoff Betamethason entdeckt. Das Glucocorticoid war in einer Salbe, mit der ein Ekzem an Goldfevers Fesselbogen behandelt wurde. Im September 2005 wurde das Paar Beerbaum/Goldfever vom Internationalen Sportgerichtshof Cas endgültig disqualifiziert, die deutsche Mannschaft musste ihre Goldmedaillen zurückgeben
Quelle: Spiegel Online
|
|
|
|
|
#69583 - 08/22/08 08:30 AM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Karl Ranseier]
|
Wettpapst
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 21785
|
Unglaublicher Weltrekord
War Usain Bolt noch gedopter als Ben Johnson?
Kaum wurde der Weltrekord gebrochen, kaum dass Usain Bolt in 9,69 Sekunden die Ziellinie überquert hatte, waren die ersten Zweifel da. Einer, der diese sofort in Worte kleiden konnte, war der ZDF-Kommentator Wolf-Dieter Poschmann. Er hat es richtig gemacht. Deshalb sollte ihm der olympische Geist eine Goldmedaille verleihen.
Die gefühlten 8,36 Sekunden, in denen der Jamaikaner Usain Bolt in Peking im Schongang die hundert Meter wegspaziert hat, gelten als der erstaunlichste Vorfall des olympischen Wochenendes, dabei gibt es weiß Gott noch viel unfassbarere Dinge – zum Beispiel haben wir eine chinesische Augenzeugin im Fernsehen sagen hören: „Ich glaube, er ist sauber.“
Die Frau war alles andere als entsetzt, ja geradezu hell begeistert. Einer Milliarde Menschen auf der Welt soll es ganz ähnlich ergangen sein, und den 91.000 auf der Tribüne sowieso. Das Stadion heißt Vogelnest – aber viele wollen partout nicht glauben, dass da schräge Vögel ihr Unwesen treiben. Auch Carl Lewis fühlt sich, wenn er diesen explosiven Bolt siegen sieht, kein bisschen an Ben Johnson erinnert, im Gegenteil, im ZDF-Sportstudio hat Carl der Große wegen der pingeligen Pillenfrage den Moderatoren Kerner und Müller-Hohenstein am Samstag fast die Freundschaft gekündigt und geschäumt: „Das ist unfair.“ Wenn wir das Gesicht, das Carl der Faire dazu gemacht hat, richtig interpretieren, wird er Bolt vermutlich selbst dann noch glauben, wenn der diese Woche auch noch die 200 Meter mit angezogener Handbremse in – sagen wir – 14,24 Sekunden gewinnt. Man muss der Sekundenanzeige glauben wie den Lottozahlen Scharenweise tun sich die Sportsfreunde erstaunlich leicht. Manchmal könnte man geradezu neidisch werden – speziell wir Stimmungstöter mit unseren quälenden und quengelnden Hintergedanken und unserem missionarischen Eifer, die Leichtgläubigen unter den Naiven angesichts der Heldentaten von Peking vor der drohenden Blindheit bewahren zu wollen. Geben wir es ruhig zu: Carl Lewis oder die faszinierte Chinesin wirken in ihrer Atmosphäre des begeisterten Verdrängens lockerer als wir Skeptiker. Offenbar gibt es nichts Schöneres, als sich den Spaß durch nichts nehmen zu lassen und arglos und unerschütterlich an das Gute im Menschen zu glauben, von Bolt bis Phelps, ohne Angst vor dem fröhlichen Applaus an der unter Umständen falschen Stelle. Wir Zweifler werden dagegen von Albträumen heimgesucht.
Ganz schlimm war es nach diesem 100-Meter-Finale. Erst schläfst du grottenschlecht ein, und mitten in der Nacht schwebt dann plötzlich auch noch eine Gestalt über dir und behauptet, der olympische Geist zu sein. Und dieses Nachtgespenst flüstert dir dann ins Ohr, dass Bolt noch gedopter war als Ben Johnson anno ’88 – und dass er, wie der Schurke von damals, hoffentlich noch eher heute als morgen mit Schimpf und Schande aus dem Olymp gejagt wird und die Goldmedaille weitergeben muss.
Quelle : weltonline
|
|
|
|
|
#69585 - 08/22/08 08:43 AM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Frei3ier]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
Was ist denn das für ne Wortschöpfung  Ich bin der festen Überzeugung, dass bei diesen Spielen wieder was neues im Umlauf ist. Und sei es nur in einer speziellen Zusammensetzung. Reicht ja manchmal schon aus. Und dann trifft genau das zu, wie auf sämtlich Epo-Touren in der zweiten Hälfte der 90er. "Wir wussten, wir können nicht erwischt werden" ist das Stichwort. Und wie ja auch schon hier geschrieben wurde, für das Training ist Doping meist interessanter als für den Wettkampf.
|
|
|
|
|
#70687 - 08/25/08 08:08 AM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Mr. President
Wettspezi
Registriert: 12/09/07
Beiträge: 2304
|
So viele Rekorde... Wird fleißig weiter gedopt?
Jessica Hardy, die Weltklasseschwimmerin aus den USA, hatte einfach Pech. Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking wurde sie als Dopingsünderin überführt. In ihrer Probe wurde das Mittel Clenbuterol entdeckt, eine Substanz, die in der Kälbermast eingesetzt wird. Eigentlich ist Clenbuterol ja ein uralter Hut als Dopingmittel, schon die deutsche Sprinterin Katrin Krabbe wurde vor 15 Jahren damit erwischt. Doch Hardy hatte eine besondere Methode, zu dopen: Sie hatte eine genau berechnete Dosis genommen, drei Tage vor und zwei Tage nach dem Dopingtest wäre Clenbuterol nicht mehr nachweisbar gewesen.
Wobei so eine lange Zeitspanne, in der Dopingmittel zu finden sind, fast schon auffällt, es gibt Substanzen, die bauen sich schneller ab. Aber es ist ein Zeichen dafür, dass auch Klassiker des Dopings heute eingesetzt werden, nur in viel feinerer Form, die den Nachweis schwieriger machen. Der alte Wettlauf, Hase gegen Igel, Dopingfahnder gegen Dopingsünder.
Was macht Epo?
Das Blutdopingmittel Erythropoetin (Epo) erhöht die Zahl der roten Blutkörperchen und ermöglicht damit eine höhere Sauerstoffaufnahme. Blutdoping ist vom Internationalen Olympischen Komitee erstmals 1988 auf die Liste der verbotenen Methoden gesetzt. Doch in den 90er Jahren wurde wild mit dem Mittel gedopt, weil Dopingfahnder in direkten Testmethoden das körpereigene nicht von künstlichem Epo unterscheiden konnten. Das ist erst seit dem Jahr 2000 möglich.
Und das hätte eigentlich das Ende von Epo als Dopingmittel sein müssen. Doch zwei Jahre später flog Skilangläufer Johann Mühlegg bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City, nach dem Gewinn von drei Goldmedaillen, als Eposünder auf. Er hatte Darbepoetin, das sich nur unwesentlich von Epo unterscheidet. Aber groß genug, dass es zu diesem Zeitpunkt nur im Dopinglabor von Los Angeles nachweisbar war. Das wusste Mühlegg allerdings nicht. Doch bis heute wird versucht, mit variiertem Epo die Dopingfahnder zu umgehen. Bei der Tour de France 2008 tauchten neue Formen von Epo auf, zum Beispiel Retard-Epo Cera (Epo mit verlängerter Wirkung). Diverse Fahrer, sagte Martial Saugy, Direktor des Anti-Dopinglabors in Lausanne, dachten, das Produkt sei nicht nachweisbar. Doch damit lagen sie falsch, die Labors mussten nur ihren klassischen Epo-Test etwas anpassen.
Intelligentere Athleten, glaubt Saugy, benützen heute vor allem eine Kombination von Epo, Testosteron und Wachstumshormon. In kleinen Dosen genommen ist dieser Cocktail schwer nachweisbar.
Im Juni 2008 hat aber eine dänische Studie im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada diverse Beobachter aufgeschreckt. Die Autoren haben erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit von Epo-Tests geäußert. Das Risiko eines Athleten, nach Einnahme von Epo durch Urinkontrollen überführt zu werden, sei bei manchen Wada-Labors fast gleich null. Allerdings sagt der deutsche Dopingexperte und Molekularbiologe Werner Franke, dass die Studie nicht auf dem neuesten Stand basiere. Die Analyseverfahren seien inzwischen verfeinert worden.
Nachweis von Eigenblutdoping nach wie vor schwierig
Doch der frühere mexikanische Diskuswerfer und Dopinglieferant Angel Heredia behauptet im „Spiegel 33/08", er habe seinen Kunden Tabletten gegeben, die verhinderten, dass im Dopingtest verbotene Steroide auftauchen und die Probe negativ ist. Und es gebe ein Enzym, das dafür sorge, dass in der A-Probe eine ganz andere Epo-Konzentration auftauche als in der B-Probe. Damit ist juristisch kein Dopingnachweis möglich. Heredia belieferte eigener Aussage nach die US-Sprinterin Marion Jones, die ihren Dopingmissbrauch gestanden hatte.
Heredia erzählt auch von Mitteln, welche die Muskelkontraktion verstärken, wichtig für Sprinter. Es sei unauffindbar für Dopingkontrolleure gewesen. Inzwischen wurden die Nachmethoden verfeinert, doch es gibt genügend Experten, die versuchen, diese Methoden auszutricksen.
Eine beliebte Dopingmethode war viele Jahre lang Eigenblutdoping. Es war in den Siebzigerjahren ein Renner unter Ausdauersportlern. Dabei wurde einem Athleten Blut abgenommen, das zentrifugiert wird. Dabei trennt man die roten Blutkörperchen vom Blutplasma. Die roten Blutkörperchen friert man ein, taut sie irgendwann wieder auf und spritzt sie kurz vor dem Wettkampf dem Athleten. Damit erhöht ein Sportler schlagartig seine Ausdauerfähigkeit. Doch diese Dopingmethode kam aus der Mode, als Epo auf den Markt kam und nicht nachweisbar war. Erst als die Fahnder Epo entlarven konnten, griffen viele Athleten wieder auf Eigenblutdoping zurück. Der Nachweis ist schwierig. Die Kunden des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes, der ein regelrechtes Dopingnetzwerk mit Radprofis und anderen Sportlern aufbaute, arbeiteten genau mit dieser Methode. Auch der Tour- de-France-Sieger Jan Ullrich steht im Verdacht, mit Eigenblut gedopt zu haben.
Auch das Wachstumshormon (HGH) ist ein weit verbreitetes Dopingmittel. Die Sportler erhoffen sich dadurch nicht bloß zusätzlichen Muskelaufbau, sondern auch erhöhte Regenerationsmöglichkeiten. Es gibt zwar zwei Nachweisverfahren, aber die haben ihre Mängel. Der Berliner Endokrinologe Christian Strasburger hat ein Verfahren entwickelt, mit dem HGH-Missbrauch bis 36 Stunden nach der Einnahme nachgewiesen werden kann. Bei der so genannten Sönksen-Methode wird die Spanne sogar auf drei Wochen ausgedehnt. Doch vor Gericht sind diese Verfahren umstritten, weil sie nicht immer hundertprozentige Beweise liefern. Bei der Straßburger-Methode zum Beispiel sind für den Nachweis von HGH qualitativ hochwertige Antikörper nötig, die aber im vergangenen Jahr eine Zeitlang nicht auf dem Markt waren. Wegen der fehlenden passenden Anti-Körper war die Strasburger-Methode juristisch nicht wasserdicht. Nur wenn sie zur Verfügung stehen, ändert sich die juristische Lage möglicherweise.
Inzwischen vermuten Kölner Dopingexperten aber auch noch, dass es Dopingmittel gibt, die verhindern, dass der Muskel ermüdet. So könnte zum Beispiel ein Schwimmer auch auf den letzten Metern noch überdurchschnittlich viel Kraft haben.
Quelle: tagesspiegel.de
|
|
|
|
|
#71007 - 08/25/08 10:18 PM
Re: Höher, schneller, weiter - alles legal?
[Re: Sepp]
|
Wettprofi
Registriert: 12/08/07
Beiträge: 3617
|
Chinas Medaillenmaschinerie produziert strahlende Sieger - aber auch unzählige Opfer. Er wolle die Goldmedaille selbst anfassen, sagte Lin Yaoquan. Sobald sein Sohn heimkomme, mit dieser Medaille um den Hals. "Ich will sie in meinen eigenen Händen halten und wissen, wie sie sich anfühlt", sagte der Chinese. Sein Sohn Lin Yue, 17 Jahre alt, hatte gerade eine Goldmedaille im Turmspringen gewonnen. Wieder einmal war Chinas rote Nationalflagge gehisst worden, ganz oben, über allen anderen Flaggen. Ein Teil des chinesischen Goldregens dieser Spiele. 51 Goldmedaillen für China sollten es am Ende sein, deutlich mehr als die USA mit 36 Goldmedaillen. Die USA führten jedoch noch in der Statistik der insgesamt gewonnenen Medaillen, mit 110 vor Chinas 100 Soweit war die Reaktion des Vaters typisch. Dann aber sagt er noch ein paar Dinge, die in China normalerweise schamvoll verschwiegen werden, wo jede Goldmedaille wie eine Staatsaffäre behandelt wird. Die kleine Zweizimmer-Wohnung, in der er die Spiele am Fernseher verfolgt habe, sei von einem Freund geliehen, erzählte der Vater einem Reporter. "Wir haben unser Haus verkauft, um das Turmsprungtraining unseres Sohnes finanzieren zu können." Gnadenloser Drill Das staatliche, nach Vorbild der Sowjetunion aufgebaute Sportsystem der Volksrepublik China hat sich diesmal als führende Medaillenmaschine der Erde präsentiert. Die kommunistische Führung sucht bereits in den Kindergärten nach Talenten und drillt sie gnadenlos, damit einige von ihnen eines Tages Gold gewinnen, zur "Ehre der Nation". Das ist bekannt, darüber ist während dieser Spiele viel berichtet worden. Weniger bekannt ist, dass sich viele chinesische Eltern verschulden, um ihren Kinder die Teilnahme an dieser Goldlotterie zu ermöglichen. Mehr als 200.000 Kinder werden in rund 3000 Sportschulen in China als Medaillennachwuchs trainiert. Die Eltern zahlen überall. "Wir mussten 150 Yuan (rund 15 Euro) pro Monat für das Training unseres Sohnes bezahlen", sagt Zhao Aizhi, Mutter des heute 13-jährigen Turners Zhao Chuanqi. Belohnung nur für die Gewinner Dazu kamen die Ausgaben für Busfahrkarten, regelmäßige Geschenke an die Trainer, nahrhaftes Essen für den jungen Turner. Der Kleine hatte als Medaillenhoffnung gegolten, bevor er von den Funktionären fallengelassen wurde. Fast ein Jahrzehnt lang war der Kleine täglich brutal geschlagen worden, am Ende war alles umsonst. Heute lebt die Familie in einem feuchten Kellerloch in Peking. Belohnungen gibt es in China nur für die Gewinner. Wer nicht mit Gold um den Hals nach Hause kommt, braucht nicht mit materieller Entlohnung zu rechnen. Silber oder Bronze zählen nichts. "Wenn wir wieder nur eine Goldmedaille gewinnen, springe ich vom höchsten Gebäude, das ich finden kann", hatte Huang Yubin, Cheftrainer der chinesischen Turner, vor Beginn der Spiele gesagt. Es ist nicht auszuschließen, dass er das ernst gemeint hat. Allerdings muss er nicht springen. China hat neunmal Gold im Turnen geholt. Die "Schmach" von Athen (zweimal Gold) ist überwunden. Schläge, Betrug, falsche Versprechen Gerade diese Goldmedaillen im Turnen sorgten jedoch für eine der größten Kontroversen dieser Spiele. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) forderte den Turn-Weltverband FIG auf, Nachforschungen über das korrekte Alter der drei Turnerinnen He Kexin, Jiang Yuyuan und Yang Yilin anzustellen. Die Drei sehen nicht nur aus wie Kinder im Alter von 14 Jahren. Im Internet und in chinesischen Medien waren auch Berichte aufgetaucht, denenzufolge sie wirklich erst höchstens 14 Jahre alt sind. Das Mindestalter für die Olympischen Spiele liegt jedoch bei 16, und die Volksrepublik hatte Pässe mit einem entsprechenden Geburtsdatum für die drei Mädchen vorgelegt. Der Verdacht, dass China betrogen hat, um mit Hilfe von Kindern und gefälschten Pässen Gold zu holen, lastete auch am Schlusstag schwer über diesen Spielen, das IOC ermittelt. Reaktion Achselzucken Chinesen reagieren häufig mit einem Achselzucken, wenn sie solche Geschichten hören. Die Jagd auf Goldmedaillen, von der Kommunistischen Partei generalstabsmäßig betrieben, ist ja nicht neu. China sei viel zu lange als der "Kranke Mann Asiens" verspottet worden, hatte der erste Vorsitzende der Staatlichen Sportkommission im Jahr 1949 erklärt. Und wie sollte dieses unrühmliche Etikett abgestreift werden? "Der Sport könnte diese schwere aber glorreiche Aufgabe übernehmen", sagte damals He Long, der Sportkader. Mao Zedong bezeichnete Chinas ersten Tischtennis-Weltmeister Rong Guotan im Jahr 1959 als "spirituelle Atombombe". Mao meinte das als Lob. Chinas staatliche Sportförderung hat sich in den vergangenen Jahren massiv um weibliche Athleten gekümmert, weil die Kader dort beim Rivalen USA eine Schwäche erkannt hatten. 27 von 51 chinesischen Goldmedaillen waren von Frauen gewonnen worden - oder von kleinen Mädchen. Aber eben drei mehr als von Männern. Zumindest für Chinas Goldkinder gibt es in diesen Tagen viel zu feiern. Es regnet staatliche Prämiengelder, staatliche Wohnungen als Bonus. Ein Unternehmer in Chaozhou hat Lin Yue und seinem Vater zusätzlich eine Villa geschenkt. Offiziell wird das Alter der chinesischen Turnerin He Kixin mit 16 Jahren angegeben. Doch es gibt Zweifel, ...
_________________________
|
|
|
|
|
|
Betsson
von Betsson_Franzi
05/24/12 09:34 PM
|
Unibet
von Schorschi
05/23/12 10:11 PM
|
bet365
von Messias1992
05/23/12 06:37 PM
|
|
|
100 eingetragene (Lucky, truckracer, Schorschi, Dernbi, Onkel Dittmeyer, Tuerkei Experte, Tiem, breksn, schaschlik02, Vallandir, Bross, Lucki88, TINYCITIES, bottle, spike, AllesSuper, HaHoHe, Betsson_Franzi, NAITHON, Davee, malik, KEC2012, Bamm Bamm, Superborschi, rudisxxx, caro, trabtrab, skippy62, Schlaumeier, Lindenberg32, Taiga07, mannikr, Michistar, Tamudo, celtic1888, ZeuSinatoR, harrynaldo, Bankinator, hoppel, Germane, chapigoal, AmazingRed, grottenoli, Enjax, El_Cangri_Polaco, Mummi, beschteschte, pippoBVB, Maddin, timmikater, huelse, Magog, Nils93, Philo, Anstoss, Schilli21, Evil_skunk, Tippkoenig, Tajiri, lule1, Danielano, bolo47, Blutsbruder, horzengnolm, Harvey, smint, Lottoking38, andre, Gentleman, RajonRondo, Rothaus, stoertebeker, Kastell, Zauberboy, handballman, julio, Lionel_Messi, colle, Unruheherd, erci00, Unicorn, elmejor, Pepsi, xoxo.., Toenizz, 15 unsichtbar),
739
Gäste und
62
Spiders online. |
|
Key:
Admin,
Global Mod,
Mod
|
|
|